Anti-Rassismus Projekttage an der Willy-Brandt-Gesamtschule

Aufgeregt laufen die Schülerinnen und Schüler über die Flure, die Vorbereitungen für den Präsentationstag liegen in den letzten Zügen. In 5 Minuten werden sich die Türen zu den Klassenzimmern öffnen und alle Jahrgänge werden zeigen, was sie in den letzten beiden Projekttagen zum Thema „Alle gleich – alle verschieden“ gelernt haben.

Erstmals fanden Anti-Rassismus-Projekttage an der Willy-Brandt-Gesamtschule statt. Bereits im November beschlossen die Schulleitung und das Kollegium einhellig, Flagge gegen Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung zu zeigen. Es wurden die Projekttage ins Leben gerufen. Sie fanden in der letzten Woche des Schuljahres statt.

Den Auftakt bildete am 8.7.19 eine Lehrerfortbildung, bei der u.a. Prof. Dr. Karim Fereidooni, Juniorprofessor der Ruhr-Universität-Bochum über Rassismus im Berufsleben und Alltag informierte. Es folgten zwei Tage für die Schülerinnen und Schüler, an denen die Schüler altersgerecht an die Thematik herangeführt wurden. Dabei zeigte sich auch bei der Programmgestaltung die Vielfalt des Themas. So wurden dem 6. Jahrgang durch das Theaterstück „Schlamasel Masel“ des Traumbaum-Theaters jüdische Geschichten und Märchen über Gewitzheit, Barmherzigkeit und Glück nahegebracht, wohingegen sich eine 9. Klasse mit den NSU-Morden beschäftigte. Die Internationale Förderklasse besuchte einen Workshop am Westfälischen Landestheater und führte am Präsentationstag ein kurzes Theaterstück auf.

Einen differenzierten Blick auf Rassismus und dessen Definition erhielten auch die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe. Während die EF durch Referenten der Kolpingjugend und dem „Netzwerk für Geflüchtete“ an das Thema herangeführt wurden, besuchten die Schüler der Q1 wahlweise einen Workshop des Alfried-Krupp-Schülerlabors der Ruhr-Uni Bochum oder erhielten Einblicke in die Thematik des antimuslimischen Rassismus durch zwei Referenten’.

 

Ein Schüler der Oberstufe fasst zusammen: „Ich war mir gar nicht bewusst, dass Rassismus überall lauert. Gesamtgesellschaftlich gab und gibt es ihn immer, allein die Intensität schwankt. Das war mir neu!“

 

Am 11.7.19, dem Präsentationstag, hatten nun alle die Möglichkeit, ihre Erkenntnisse mit allen Lehrern und Schülern zu teilen. Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen! Den eindrucksvollen Auftakt machten die Mozartklassen, die unter der Leitung des Musiklehrers Dominik Sahm und in Begleitung zweier Lehrer am Saxophon und an der Gitarre Songs zu „Pulse of Europe“ und „I have a dream“ in Anlehnung an Martin Luther King vor der gesamten Schülerschaft erklingen ließen. Bei den anschließenden Präsentationen führten u.a. Fünftklässler Spiele vor, die in den verschiedensten Ländern der Welt gespielt werden. Rezepte aus verschiedenen Ländern wurden geteilt, Bilder einer Israel-Reise gezeigt, Erklärvideos u.a. zu Sexismus und Rassismus produziert und vorgeführt sowie Comics zum Thema „Ausgrenzung“ gemalt. Eine Installation mit weißen und bemalten Masken und einem Text, der in verschiedenen Sprachen eingesprochen wurde, brachte das Motto der Projekttage „Alle gleich – alle verschieden“ auf den Punkt. Ein voller Erfolg für die Schülerinnen und Schüler, die bewiesen, dass ihnen ein funktionierendes Miteinander in einer Gesellschaft nicht egal ist.